Fetisch ausleben? Wie sage ich es meinem Partner

Wie kann ich meinen Partner von meinem Fetisch überzeugen um ihn gemeinsam ausleben zu können? Das fragen sich viele von Euch. Ein paar Tipps geben wir euch gerne, aber auf ein paar Dinge solltet ihr dabei allerdings achten.

Schäme dich nie für deinen Fetisch

Niemand muss sich für seine sexuellen Vorlieben schämen. Es gibt so viele Menschen die bereits einen Fetisch haben.
Das heißt im Grunde nichts anderes, als eine bestimmte sexuelle Vorliebe zu besitzen. Beim Thema Sex gibt es kein Richtig oder Falsch. Jeder sollte das tun, was ihm gefällt so lange es nicht gegen das Gesetz verstößt. Es spricht nichts dagegen, Abseits des normalen Geschlechtsverkehrs ein wenig Spaß zu haben. Neben all deinen Zweifeln, sehe doch den Gewinn an Erfahrung und Lust für eure Beziehung. Du kannst vielleicht endlich deinen Fetisch ausleben und das mit der Person, die du über alles liebst. Außerdem gibst du deinem Partner die Möglichkeit, alles von dir kennen zulernen.

Zu zweit macht es doch doppelt so viel Spaß.

Fetisch beichten und gemeinsam ausleben oder verheimlichen?

Wir raten Euch wagt den Sprung und führt das intime Gespräch, die Beziehung wird dadurch nur noch tiefer und interessanter. Natürlich vielleicht ist der erste Schreck groß, wenn der Partner einem sowas gesteht. Doch nach dem ersten Schreck, reagieren viele gelassener, als man vielleicht meint. Ein gesundes Maße an Fetisch, kann ein kleines zusätzliches Upgrade für den Lust Faktor sein.

Für Euch haben wir bei der Expertin für Sexual- und Psychotherapie – Bettina Brückelmayer nachgefragt.

Bettina Brückelmayer
Bettina Brückelmayer

Psychotherapie & Sexualtherapie Bettina Brückelmayer
behandelt und begleitet bei Störungen wie Ängsten, Zwängen, Süchten, Depressionen, psychosomatischen Symptomen, Burnout und sexuelle Störungen.

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Web. www.psychotherapie-brueckelmayer.net | www.sexualtherapeutin.at

Sollte man seine Vorliebe gemeinsam ausleben oder verheimlichen?

Es ist empfehlenswert, dem Partner/der Partnerin möglichst bald von seinen Vorlieben zu erzählen. Es muss allerdings damit gerechnet werden, dass die Vorliebe auf Unverständnis stoßen kann. Durch meine Erfahrung mit solchen Fällen in meiner Praxis, kann ich aber feststellen, dass die Reaktionen des Partners oder der Partnerin oft durchaus positiv sind.

Das Aufdecken eines Fetischs in einer späteren Beziehungsphase ruft oftmals Unverständnis hervor bzw. kann dies zu einem Vertrauensbruch führen. Der Partner oder die Partnerin fühlt sich hintergangen. Dies hinterlässt oft tiefe Spuren der Kränkung und Zurückweisung. Schlimmstenfalls endet dies mit einem Beziehungsabbruch.

Wie kann ich anfangen und das Gespräch suchen mit meinem Partner?

Über Sexualität sollte in einer Beziehung immer gesprochen werden. Leider ist dies häufig nicht der Fall. Wir haben es nicht gelernt. Es ist ein Tabuthema. Ich würde empfehlen, bereits nach der ersten sexuellen Annäherung oder dem ersten Geschlechtsverkehr das Gespräch darüber aufzunehmen. Was war gut für mich? Was wünsche ich mir? Wo gibt es einen Widerstand? Welche Art der Berührung gefällt mir? usw. Bestenfalls sollte man sich nach jeder sexuellen Aktivität darüber austauschen.

Was für einen Tipp haben Sie für so ein Gespräch?

Sobald eine Vertrauensbasis in der Beziehung vorhanden ist, sollte über die sexuelle Vorliebe bzw. den Fetisch gesprochen werden. „Es gibt da was beim Sex, was ich besonders mag, was vielleicht nicht alltäglich ist, was ich dir gerne erzählen würde. Ich möchte dir das sagen, weil du mir wichtig bist und weil ich von Anfang an ehrlich sein möchte…“ Manchmal ist es in der Sexualität wichtig, dem Anderen Freude zu bereiten, auch wenn es nicht die größte Vorliebe für einen selbst ist. Doch spätestens, wenn man bemerkt, wie lustvoll der Partner bzw. die Partnerin es erlebt, fängt es vielleicht an, Spaß zu machen. Man hat somit Chance auf sexuelle Weiterentwicklung. Dennoch gibt für jeden „no goes“ in der Sexualität. Diese sollten akzeptiert werden.
Solange der Fetisch nicht ungesetzlich ist, kann und darf er ausgelebt werden. Aber Achtung! Ein Fetisch kann zur Abstumpfung führen, deshalb würde ich empfehlen, ihn nicht regelmäßig nachzugehen. Ich rate, den Fetisch nur gelegentlich auszuleben, da er sonst zwanghaften bzw. suchthaften Charakter annehmen kann. Schlimmstenfalls führt die Intensität des Reizes zur Erhöhung der Reizschwelle und eine Erregung ist auf anderem Wege nicht mehr möglich. Ist der starke Stimulus nicht vorhanden, können sexuelle Funktionsstörungen die Folge sein. Ebenso kann der „Superreiz“ zu einem suchtartigen Verhalten führen. Irgendwann ist möglicherweise der Punkt erreicht, wo ein Leidendruck entsteht. Das ist der Zeitpunkt, wo die Betroffenen meine Praxis aufsuchen.

Sei neuem gegenüber immer offen,  denn es gibt nichts wichtigeres in einer Beziehung als Offenheit. Man sollte sich so sehr vertrauen können, das man ganz einfach offen über alles sprechen kann, es braucht einem nichts unangenehm zu sein. Natürlich muss man auch selber offen gegenüber dem Partner reagieren, wenn dieser mit außergewöhnlichen Dingen auf einem zukommt.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Frau Brückelmayer für die Beantwortung unserer bis dahin offenen Fragen bedanken. Vielleicht konnte ja der ein oder andere etwas für sich davon mit in sein Gespräch nehmen. Habt Ihr noch andere Fragen an die Expertin, könnt Ihr einen Termin über Ihre Website buchen.

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Als Liebhaber glänzender und sportlicher Kleidung, kann ich auf über 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurückgreifen und euch berichten.

4 Comments

  • wolpertinger
    10 Monaten ago Reply

    Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass es immer am besten ist gleich mit seinen Vorlieben rauszurücken, wenn man mit dem neuen Partner intim wird.
    Bisher wurde mein Lycra immer gut angenommen, ja bei meiner letzten und auch bei meiner jetzigen Beziehung erwidert.
    So haben wir beide Spaß daran Lycra zu tragen und gelegentlich auch darin erfüllten Sex zu erleben.
    Bei mir geht aber die Lycralust weit über den sexuellen Bereich hinaus, trage also eigentlich immer Lycra (meist Leggings).
    Das bekommt der neue Partner ja gleich schon beim ersten Kontakt mit und hat es ja dann schon akzeptiert, wenn es dann weiter geht.
    Außerdem denke ich, dass es gleich am Anfang einer Beziehung am besten verkraftet wird, wenn einer der Partner sich mit einen Fetisch outet, denn da hat man am ehesten die rosarote Brille auf und akzeptiert ungewöhnliche Vorlieben eher, als wenn es später mal raus kommt. Dann könnte es tatsächlich zu einem Vertrauensbruch führen.
    Soweit mein Senf dazu.

    Gruß Wolpertinger

  • Yello80
    10 Monaten ago Reply

    Am besten du bist Erlich mit mit deiner Partnerin, Frag doch leicht was sind ihre Fetische Stil, es gibt Frauen die sammeln gerne Schuhe oder Handtaschen du wirst sicher zur deinem Thema schleichen bringen.

    Meine Partnerin weist auch das ich Lycra stehe, sie streichelt gerne an meine Sachen sie selbst hat nie gesprochen würde das selbe anziehen aber es kommt schon an den geschmack 😉

  • Knallkopf
    2 Monaten ago Reply

    Ich habe leider weniger schöne Erfahrungen mit der Wahrheit gemacht.
    Ich bin mit meiner Frau seit 18 Jahren verheiratet. Leider will sie seit Jahren wenig bis am besten keinen Sex.
    Dadurch habe ich über all die Jahre eine Liebe für Badeanzüge entwickelt. Seit einem halben Jahr trage ich sie eigentlich täglich. Habe leider auch lange probieren und suchen müssen, da ich leider etwas mollig bin.
    Meine Lieblinge sind Adidas in 48. Die sind perfekt.
    Vor ca. 3 Monaten habe ich es meiner Frau gebeichtet. Naja Freude war es nicht. Verständnis aber auch nicht wirklich.
    Sie findet es komisch und gruselig.
    Seither habe ich nie wieder darüber gesprochen, und lebe es heimlich oder verdeckt(also drunter) aus. Leider

  • 2021 - Ein Jahr voller Emotionen - Glanzlust.de
    1 Woche ago Reply

    […] recherchieren für den Beitrag Fetisch ausleben durften wir Frau Bettina Brückelmayer kennenlernen. Im Gespräch mit der Sexualtherapeutin haben […]

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